Design, Architektur, bautechnik
Als Baugrund für das Schulzentrum wurde ein Landstück im Zentrum des Yangrital erworben, das für alle Bewohner gut erreichbar ist. Die Gebäude hat Florian Maurer, ein Architekt aus Kanada, geplant. Florian Maurer ist Experte in erdbebensicherer Bauweise und hat bereits Schulen in anderen Entwicklungsländern gebaut. Die technischen Planungen und Berechnungen für die Gebäude haben Fast & Epp aus Vancouver durchgeführt. Fast & Epp sind bekannt für ihre preisgekrönte, in ihrem schlichten Design wunderschöne Eisschnelllaufbahn in Richmond, die anlässlich der olympischen Winterspiele 2010 errichtet wurde. Sowohl Florian Maurer als auch Fast & Epp haben das gesamte YAC-Bauprojekt kostenfrei abgewickelt – VIELEN DANK!
Das Design des Schulzentrums ist ausgerichtet auf verfügbare Baumaterialen vor Ort, die besonderen klimatischen Bedingungen und auf eine hohe Erdbebensicherheit.
In der ersten Bauphase wurden sieben Klassenzimmer gebaut werden, in zwei Blöcken von drei beziehungsweise vier Räumen, dazu ein Wohngebäude für 60 Schülerinnen und Schüler und ein Sportplatz. Für die zweite Bauphase sind zusätzliche Klassenräume, eine Schulbibliothek und ein Bürogebäude für die Schulverwaltung geplant. Die erste Bauphase konnte vor der Schuleröffnung im April 2018 erfolgreich abgeschlossen werden.
Alle Gebäude sind in erdbebenresistenter Rahmenbauweise konstruiert. Die einzelnen Rahmenelemente für die Wände haben nach aussen Wellblechverkleidung und nach innen eine Trockenbauwand. Das Dachgrundgerüst besteht aus Brettschichtholz, das eigens dafür vor Ort hergestellt wurde. Brettschichtholz wurde für den Bau des YAC das erste Mal überhaupt in Nepal produziert und eingesetzt. Die verwendeten erdbebensicheren Verklammerungen und Verankerungen, die die Bauteile miteinander verbinden, sind ebenfalls lokal hergestellt. Sie machen das Gebäude so stabil, dass es zukünftigen Erdbeben trotzen kann.
Die ausladenden Vordächer an den Südseiten der Gebäude spenden im Sommer bei den üblichen hohen Temperaturen den nötigen Schatten auf den grossen Glasfronten. Im Winter treffen die Sonnenstrahlen in einem flacheren Winkel auf die Glasfenster und heizen so das Gebäude angenehm auf.
Das Ziel bei der Planung des YAC war eine Balance von Form, Funktion und Finanzen: erschwingliche ästhetische Gebäude mit hellen, einladenden Klassenräumen, funktional, vielseitig, mit hoher Erdbebenresistenz und tiefem Energieverbrauch im Unterhalt.
Yangri ist zwar nur 70 km von Kathmandu entfernt, doch die Verbindungsstrasse ist extrem schlecht und nur mit Geländefahrzeugen befahrbar. Und auch damit braucht man sieben Stunden von Kathmandu nach Yangri. Das machte natürlich den Transport von Baumaterialien wie Zement, Wellblech, Stahl usw. schwierig und kostspielig.
Daher verwendeten wir hauptsächlich Baumaterial aus der direkten Umgebung: Holz aus den Wäldern ringsumher und Felsblöcke, Kies und Sand aus dem Yangri-Fluss. Wir wollten zeigen, dass Materialien, die vor Ort vorhanden sind, auf neue Weise eingesetzt werden können, um daraus äusserst erdbebensichere und ästhetisch ansprechende Häuser zu bauen.
Alles Bauholz für die Schulgebäude stammt aus den Wäldern der Umgebung und kommt zum allergrössten Teil von den tausenden durch das Erdbeben entwurzelten Bäumen. Das Holz wurde zunächst im Wald grob vorgeschnitten und danach in einem kleinen Sägewerk auf dem Gelände des Schulzentrums bedarfsgerecht zugeschnitten. Das Sägewerk ist als soziales Unternehmen auf dem Gelände des YAC errichtet. Es bietet neben der Unterstützung der Bauarbeiten auch Ausbildungsmöglichkeiten für die Bewohner von Yangri.